Page 141 - Sport Horse Sales 2026 - Holger Hetzel
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Nach Aachen richtet sich der Blick irgendwann
zwangsläufig nach Los Angeles 2028.
Was wird bis dahin entscheidend sein?
Dass wir jetzt nicht nur auf Namen oder vermeintlich sichere
Kombinationen schauen. Zwei Jahre sind im Pferdesport eine
lange Zeit, Pferde entwickeln sich, neue Paare kommen hinzu,
andere Konstellationen verändern sich. Wir müssen breit den-
ken und Reiter und Pferde kontinuierlich weiterentwickeln.
In Aachen hatten wir eine außergewöhnliche Breite an sehr
guten Reitern zur Verfügung, letztlich so viele, dass sogar ein
Olympiasieger auf der Ersatzbank saß. Deutschland verfügt
über erfahrene und erfolgreiche Championatsreiter.
Entscheidend wird nun sein, für Los Angeles sehr gute Pläne
zu entwickeln, Pferde und Reiter möglichst zusammenzuhal-
ten und gleichzeitig nach neuen Pferden und Kombinationen
Ausschau zu halten. Gerade angesichts des internationalen
Marktes wird das eine große Herausforderung.
Was nimmst du aus Aachen mit und was stimmt
dich mit Blick auf die Zukunft
des deutschen Pferdesports optimistisch?
Aachen hat gezeigt, dass unser Fundament stimmt.
Wir haben hervorragende Reiter und Pferde, sehr gute Trai-
ner, enorm viel Erfahrung und vor allem eine Kultur der Aus-
bildung, die international nach wie vor einen großen Wert
besitzt. Aachen hat auch gezeigt, dass man im Spitzensport
zwar vieles kaufen kann, aber nicht alles: Jahrelange Erfahrung,
Gefühl, perfekte Abstimmung zwischen Reiter und Pferd und
über Jahre gewachsenes Team kann man nicht kaufen und mit
Geld bezahlen. Gute Reiterei, solide Ausbildung, Fleiß, Vertrau-
en und hervorragendes Management können auch in einem
Sport, in dem immer mehr Geld bewegt wird, den entschei-
denden Unterschied machen. Genau das stimmt mich opti-
mistisch und darauf darf der deutsche Pferdesport stolz sein.

